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„Killerspiel“-Verbotspläne in Deutschland
Samstag, 12. April 2008 / se
Nicht nur in der Schweiz wird die Gewaltspiel-Debatte neu aufgekocht: In Deutschland steht nach der gestrigen Lesung des Gesetzentwurfs Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) in der Kritik. Sie will jedoch an ihrem Vorhaben festhalten.
Der Gesetzentwurf sieht vor, die Regeln, anhand derer Spiele auf dem Index landen sollen, zu erweitern. Dadurch würden wesentlich mehr Spiele auf die „Liste“ befördert, welche dadurch in Deutschland nicht mehr legal zu erwerben wären. Des Weiteren sollen Altersfreigaben auf CDs und DVDs größer gedruckt werden.
Kernpunkt des Gesetzentwurfs sei es jedoch klarzustellen, was exakt Gewalt sei, wann diese beginne und aufhöre, so von der Leyen. Demnach sollen Spiele, die „besonders realistische, grausame und reißerische Gewaltdarstellungen und Tötungshandlungen“ darstellen, per se auf dem Index landen.
Scharfe Kritik kam hauptsächlich von der Opposition. So nannte der Medienexperte Christoph Waitz (FDP) das Vorhaben gestern bei der ersten Lesung ein „wirkungsloses Gesetzes-Placebo“. Kai Gehring, jugendpolitischer Sprecher der Grünen, ist der Ansicht, das Gesetz sei nichts weiter als „populistische Symbolpolitik“. Keiner der Medienexperten bezweifelte, dass andere „Beschaffungsmöglichkeiten“ für Jugendliche nach so einem Verbot weiterhin bestünden.
Frau von der Leyen beharrt unterdessen weiter auf ihrem Vorhaben. Es könne nicht ohne Auswirkungen bleiben, wenn Gewalt für den Nachwuchs zum normalen Begleiter im Alltag wird, meint die Ministerin.
