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Ein Medienwissenschaftler spricht über Computerspiele
Montag, 3. März 2008 / se
Professor Winfried Kaminiski vom Institut für Medienforschung und Medienpädagogik an der Fachhochschule Köln sprach mit der Deutschen Presse-Agentur dpa über Computerspiele und plädiert für eine differenzierte Betrachtung.
Seiner Ansicht nach leide die gesellschaftliche Diskussion über Computerspiele oft unter Schwarz-Weiß-Malerei. „Computerspiele sind heute zur Alltagskultur geworden. Aber von einer differenzierten Betrachtung wie etwa bei Filmen ist unsere Gesellschaft noch weit entfernt“, behauptet Professor Kaminski. Eine pauschale Verurteilung von Computerspielen sei verkehrt.
Besonders „Menschen ab 45 Jahren“ hätten häufig Vorbehalte gegen Computerspiele oder stünden ihnen sogar generell ablehnend gegenüber. Eine solche Pauschal-Verurteilung sei ebenso falsch wie das Gegenteil: In Szene- Magazinen würden neue Spiele oder zusätzliche Levels mit enthusiastischer Begeisterung gefeiert. Kaminski erläuterte, dass hier eine „Generationskluft“ vorliege, die aufgrund unterschiedlicher Lebenserfahrungen zustande gekommen sei.
„Inzwischen haben wir die erste Generation, die mit diesen Spielen groß geworden ist und die jetzt ihrerseits als Eltern für die Erziehung ihrer Kinder Verantwortung trägt“, sagte er. „Deshalb gehören Computerspiele heute zur normalen Mediensozialisation der Kinder. Computerspiele sind im Alltag der Familien angekommen.“ Eltern müssten aber bei der Entscheidung sicherer werden, welche Spiele für ihr Kind geeignet sind.
„Eine kritische und faire gesellschaftliche Diskussion ist nötig“, plädiert der Wissenschaftler. Er fordert eine genauso aufmerksame und differenzierte Reaktion wie bei anderen Medienprodukten. „Dazu müssen wir unser Knowhow verstärken.“
Kaminski leitet eine Computerspiele-Fachtagung mit dem Titel „Clash of Realities“, zu der von 5. bis 7. März mehr als 250 europäische Wissenschaftler in Köln erwartet werden.
